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Tipps zur Umwelt-, Sozial- und Governance-Berichterstattung

Lernen Sie mit diesen Tipps, die Komplexität der Berichterstattung im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) zu bewältigen.

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Es ist schwierig, die Nachhaltigkeit eines Produkts zu messen, geschweige denn sie über verschiedene Produktgruppen und Branchen hinweg zu vergleichen. Obwohl es um viel geht, erfassen Unternehmen noch nicht lange Daten über Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) und berichten darüber. Die Berichterstattung entwickelt sich weiter und während früher eine reine Finanzberichterstattung ausreichte, wächst die Nachfrage nach einer integrativen Berichterstattung, d. h. nach einer Kombination aus Finanzergebnissen und ESG-Kennzahlen.

Seit 2016 ist die Zahl der Berichtsinstrumente enorm angestiegen. Carrots & Sticks, eine Multistakeholder-Ressource zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, hat 2021 fast 600 aktuelle Berichtsinstrumente in 100 Ländern ermittelt. Zum Vergleich: 2013 waren es nur 180 Instrumente in 44 Ländern. Die Regulierungsbehörden können zwar eine Berichterstattung nach diesen Instrumenten vorschreiben, doch ist dies von Land zu Land sehr unterschiedlich. In den Vereinigten Staaten sind 77 % der festgelegten Berichterstattungsanforderungen obligatorisch, in Europa sind es 58 % und in Asien 57 %.

Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, Risikominderung und Nachfrage durch Aktionäre haben dazu geführt, dass viele börsennotierte Unternehmen neben ihren vorgeschriebenen Finanzberichten nun auch Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen. Eine Studie von Forschern der Sloan School of Management des MIT aus dem Jahr 2019 zeigt jedoch, dass die „die Bewertungen verschiedener Anbieter erheblich voneinander abweichen“. Diese Unklarheiten wirken sich auf das Vertrauen der Anleger und Stakeholder insgesamt aus. Daher haben einige Regulierungsbehörden vorgeschlagen, ESG- und klimabezogene Angaben in die regulären Berichte aufzunehmen.

In der Europäischen Union müssen große Unternehmen ab dem 1. Januar 2024 regelmäßig Berichte über ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen veröffentlichen. In den USA hat die Securities Exchange Commission (SEC) eine Regeländerung vorgeschlagen, die es Unternehmen vorschreiben würde, bestimmte klimabezogene Angaben in ihre Registrierungserklärungen und regelmäßigen Berichte aufzunehmen. 

Wie können Unternehmen diese veränderten Anforderungen für die Berichterstattung bewältigen? Hier einige Tipps, die Sie beachten sollten:

Nachhaltigkeits- und Finanzberichterstattung integrieren

Auch wenn die Nachhaltigkeitsberichterstattung derzeit ein anderes Publikum anspricht als die reine Finanzberichterstattung, gibt es große Synergien zwischen beiden. 

Mit einer integrierten Berichterstattung bieten Unternehmen eine ganzheitliche Perspektive auf Leistung und Wertschöpfung, indem sie sowohl Finanzergebnisse als auch ESG-Daten veröffentlichen. Eine integrierte Nachhaltigkeits- und Finanzberichterstattung zeichnet ein umfassenderes Bild des Unternehmens und seines Wertes – vom gesellschaftlichen Engagement über die Ressourcenschonung bis hin zur langfristigen Nachhaltigkeit. 

Diese Vorteile werden von Aktionären, Verbrauchern und der Geschäftswelt zunehmend wahrgenommen und wertgeschätzt. Dies fördert das ganzheitliche Denken in der gesamten Organisation und vermittelt den Unternehmenswert.

Berichterstattung mit digitalen Tools optimieren

Das Reporting stellt für die Personen, die mit der Erfassung, Konsolidierung und Überprüfung der Daten beauftragt sind, eine erhebliche Belastung dar. Digitale Systeme können die Prozesse der Datenerfassung, -analyse und -berichterstattung automatisieren. Mit diesen Tools wird die Berichterstattung vereinfacht und eine zeitnahe und genaue Nachverfolgung von Informationen über Nachhaltigkeit und Klima ermöglicht.

Unternehmen, die digitale ESG-Plattformen nutzen, sparen Zeit und Ressourcen ihrer Angestellten. Weitere Vorteile sind eine bessere Sichtbarkeit im gesamten Unternehmen und geringere Risiken. 

Datenvalidierung vorbereiten

Für ein zuverlässiges Reporting sollten Unternehmen sowohl interne als auch externe Prozesse und Ressourcen einsetzen, um die Daten in ihren Berichten zu validieren. Zur Vermeidung von Fehlern bedarf es eines systematischen, dokumentierten und evidenzbasierten Prozesses. Bei der großen Auswahl an Drittanbietern ist es wichtig, dass Sie sich gut informieren und glaubwürdige Drittanbieter auswählen, die mit internationalen Vorschriften vertraut sind.

Die Entwicklung hat zwar gerade erst begonnen, aber Unternehmen, die klimarelevante Informationen melden, sehen bereits große Vorteile:

  • Im Jahr 2020 fand EY, eines der größten Dienstleistungsunternehmen der Welt, heraus, dass 91 % der befragten Investoren angaben, dass nicht finanzbezogene Kennzahlen eine „zentrale Rolle“ bei der Anlageentscheidung spielen.
  • 82 % der Führungskräfte und Vorstandsmitglieder gaben in einer EY-Umfrage aus dem Jahr 2022 an, dass bei der Strategie- und Entscheidungsfindung ihres Unternehmens ESG-Daten berücksichtigt werden und diese bei der kurz- und langfristigen Wertschöpfung einen „bedeutenden“ oder „sehr bedeutenden“ Stellenwert einnehmen.
  • Im Jahr 2021 veröffentlichte das NYU Stern Center for Sustainable Business einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass 26 % der Studien mit einem alleinigen Fokus auf die Veröffentlichung von ESG-Daten eine positive Korrelation mit der finanziellen Performance aufweisen. ESG führt über einen längeren Zeitraum zu einer besseren finanziellen Leistung.

Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis es zu einer einheitlichen, vollständig harmonisierten Nachhaltigkeits- und Finanzberichterstattung kommt, aber Unternehmen sind gut beraten, jetzt die Grundlagen dafür zu legen und sich auf die kommenden Anforderungen an das Reporting vorzubereiten.